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Haarstruktur

Der Haarfollikel

Der Haarfollikel ist die Produktionsstätte des Haarschafts. Er lässt sich als röhrenförmige Einstülpung der Oberhaut verstehen, in deren unteren Ende - der Haarzwiebel - sich die Zellen rege teilen, nach oben wachsen und unter Verhornung den Haarschaft bilden.

Auch der Haarfollikel ist von Bindegewebe umhüllt und liegt lateral zur Hautoberfläche. Er kann durch Muskelzellen, die zwischen Haarfollikel und Haut liegen, aufgerichtet werden (Haarsträuben, Gänsehaut). In den oberen Teil des Follikels mündet eine Talgdrüse, die Talg - ein fetthaltiges Sekret - absondert.

Schließlich umwickeln einige Nervenfasern den Follikel und erfüllen als
Haarfollikelrezeptoren Tastfunktionen.

Der Haarschaft

Der Haarschaft ist neben Haarwurzel und Haarfollikel einer von drei Teilen, aus denen die ein Haar zusammensetzt, und wiederum aus drei verschiedenen Schichten besteht.

 

Das Haarwachstum

Haare wachsen in Zyklen, ein Haarfollikel durchläuft dabei 3 Phasen, die als Haarzyklus bezeichnet werden.

Kopfhaare wachsen etwa 1 cm im Monat. Geht man von durchschnittlich 100.000 Haaren aus, die jeder Mensch auf dem Kopf hat, so wächst jeden Monat etwa 1000 Meter Haar. Das sind jeden Tag mehr als 30 Meter Haarwachstum auf dem Kopf.

 

Haarzyklus

  • Anagenphase (Wachstumsphase): In dieser Wachstumsphase bildet sich eine neue Haarwurzel, und die Produktion eines Haares beginnt. Die Anagenphase dauert ca. zwischen drei und sechs Jahren (die Dauer ist erblich vorgegeben). 85-90% der Haare auf der Kopfhaut befinden sich durchschnittlich in dieser Phase.
  • Katagenphase (Übergangsphase): In dieser Übergangsphase stellt die Matrix (Keimschicht der Haarzwiebel) ihre Zellproduktion ein und der Haarfollikel verengt sich im unteren Bereich. Das Haar löst sich von der Papille und verkümmert. Der Haarfollikel verkürzt sich.
  • Telogenphase (Ruhe- oder Ausfallphase): Mit dieser Endphase, in der sich bis zu 18% der Kopfbehaarung befindet und die gewöhnlich zwischen 3 und 4 Monaten dauert, erneuert sich die Haarpapille und der Haarfollikel regeneriert sich. Die Matrix entsteht wieder und beginnt mit der Zellteilung, wodurch ein neues Haar entsteht.

Die Wachstumsphase stellt ca. 90% (1000 oder mehr Tage) im Wachstumskreislauf eines Haarfollikels dar; während die Übergangsphase (10 Tage) und die Ausfallphase (100 Tage) nur 10 % davon ausmachen. Man kann sagen, dass sich zu einem beliebigen Zeitpunkt circa 10% der Follikel in der Übergangs- und Ausfallphase befinden und folglich nicht weiterwachsen. Diese Follikel sind allerdings eher unwillkürlich über der Kopfhaut verteilt, so dass man keine kahlen Areale sehen kann.